5 Antworten von SES-CEO Marcus Wild

Megatrend Urbanisierung: Zukunft liegt innerhalb der Städte

SES feiert 2017 Jubiläum. Wenn Sie zehn Jahre zurückblicken, auf welche drei Dinge sind Sie besonders stolz?

Marcus Wild: Stolz bin ich darauf, dass wir als SES-Einheit ein eigenständiges, erfolgreiches Unternehmen geworden sind. Stolz bin ich auch auf unser fantastisches SES-Team – wir haben so gut wie jede Position optimal besetzt. Und stolz bin ich auf unser Jahresergebnis 2016 und die spezielle SES-Handschrift, die wir leben.

Welche Trends beobachten Sie aktuell?

Marcus Wild: Erstens ist die Gastronomie aktuell am Vormarsch. Wir wissen um den Wert unserer Food-Destinationen und ich gehe davon aus, dass sich die Gastro-Flächen in unseren Centern von derzeit sechs bis sieben auf 12 bis 14% verdoppeln werden. Zum zweiten verhilft die wachsende Digitalisierung dem stationären Handel zu mehr Vielfalt und Innovationspotenzial. In Kombination mit digitalen Kanälen entstehen neuartige Shops, ich nenne sie ‚Start up‘-Shops. Konkret sind das Pop Up Stores genauso wie umfassend modernisierte bestehende Läden. Und zum Dritten kann ein Center nur erfolgreich sein, wenn es individuell auf die Bedürfnisse der Region ausgerichtet ist. Unsere SES-Center sind allesamt Unikate und eng mit der jeweiligen Stadt verknüpft. Städte und Urbanisierung ist überhaupt der Megatrend.

Was bedeutet der Megatrend Urbanisierung konkret?

Marcus Wild: Es wird kaum noch neue Grüne-Wiese-Projekte geben. Mir fallen aber genügend Städte ein, wo noch Potenzial für Stadtteil- oder Innenstadt-Center vorhanden ist. Unser Fokus wird in Zukunft aber etwas anderes sein: die Weiterentwicklung bestehender Handelsstandorte, die zu sehr in die Jahre gekommen sind. Dabei schließe ich dezidiert auch Innenstädte mit ein. Ich bin überzeugt, dass der Organisationsgrad in der Immobilienbewirtschaftung in Zukunft auch in Innenstädten ein größerer sein wird, es wird Centermanagement-ähnliche Modelle brauchen. Es geht nicht darum, ein Haus zu verpachten, sondern ein Konzept für Attraktivität zu entwickeln. Ich bin überzeugt davon, dass Bürgermeister die Vitalität ihrer Stadt mit der SES gemeinsam verbessern können.

Was mögen Sie persönlich an Shopping-Centern?

Marcus Wild: Ich liebe das Bild, wenn morgens Leben in ein Shopping-Center kommt: den Duft nach Brot, die letzten Feinschliffe des Reinigungs-Teams, das Hochfahren der Rolltore. Das ist so, wie wenn eine Stadt erwacht. Genauso gern habe ich es aber, wenn es so richtig „brummt“ im Center.

Wohin geht der Trend in den nächsten zehn Jahren?

Marcus Wild: Zu noch mehr Flexibilität und Informations-Transparenz. Shopping-Center erfüllen viele Funktionen. Shopping allein wird zu wenig sein, die Center sind Treffpunkte und Marktplätze. Es geht darum, dass sich die Menschen emotional wohlfühlen und unsere Shoppartner erfolgreich sind.